Mulhouse gewinnt internationalen Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“

Mathe und Spaß – ein Widerspruch? Beim trinationalen Finale des weltweiten Wettbewerbs „Mathematik ohne Grenzen“ (MoG) am 15. Mai im Europa-Park zeigten zwölf Klassen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, dass Zahlen und Jubel gut zusammenpassen. Als Sieger des Wettbewerbs gingen die Schüler der neunte Klasse 2de9 des LEGT Albert Schweitzer aus Mulhouse hervor. Den zweiten Platz belegte die Klasse 9d des Klettgau Gymnasiums Tiengen, den dritten Platz die Klasse 10b des Gymnasiums am Rosenberg aus Oberndorf am Neckar. Dieses Jahr beteiligten sich weltweit um die 220.000 Schüler aus 30 Ländern. Allein im Regierungsbezirk Freiburg hatten 424 Klassen mit etwa 11.000 Schülern teilgenommen.

Beim Finale im Ballsaal Berlin des Europa-Park herrscht reges Treiben – es wird gerechnet was das Zeug hält. Mit roten Köpfen und außer Puste springen die Schüler der zwölf Vorsiegerklassen zum Lösungstisch. Nach drei Runden mit jeweils drei Aufgaben stehen die Sieger fest: Die neunte Klasse 2de9 des LEGT Albert Schweitzer aus Mulhouse jubelt lauthals. „Das war ein richtiger Wettkampf, erst waren die Deutschen aus Lörrach vorne, aber am Ende haben wir sie überholt“, freuen sich die Schülerinnen und Schüler aus Frankreich. In der Endwertung erreichte das Lörracher Hans-Thoma Gymnasium den fünften Platz, direkt nach dem Lycée polyvalent Théodore Deck aus Guebwiller.

„Die Veranstaltung passt perfekt zum Europa-Park und auch zu mir persönlich – das hat zwei Gründe: Als überzeugter Europäer gefällt mir der internationale Charakter und als Förderer der Naturwissenschaften, dass diese Veranstaltung zeigt, wie lebendig und interessant Mathematik sein kann“, so Roland Mack, Inhaber des Europa-Park. Sichtlich fasziniert vom quirligen Mathespektakel zeigten sich auch Wendelin und Ruth Wiedeking. Beide sind Vorstände der Wiedeking Stiftung, die die Veranstaltung erstmals als Hauptsponsor unterstützt. Wiedeking sagte, dass für ihn als Ingenieur der Europa-Park immer besonders interessant war. Für Wendelin Wiedeking ist Mathematik eine der wichtigsten Grundlagen: „Ich bin fasziniert, wie bei Mathe ohne Grenzen die Naturwissenschaft gefördert wird, denn ich bin überzeugt: Wer komplexe Zusammenhänge erfassen und analytisch denken kann, dem liegt die Welt zu Füßen.“

Doch bevor die Schüler nach Rust reisen durften, mussten sie zunächst den Vorentscheid meistern. Das Wettbewerbskomitee aus Straßburg, bestehend aus neun deutschen und französischen Lehrern, schickte zunächst die Aufgaben an die Schulen. Beim dezentral ausgetragenen Wettbewerb galt es in nur 90 Minuten die zehn Aufgaben für die Neuntklässler und 13 Aufgaben für die Zehntklässler in kleinen Teams zu lösen, darunter auch eine Aufgabe in einer Fremdsprache. Die besten zwölf Klassen qualifizierten sich daraufhin für das Finale.

Die Organisation des Wettbewerbs im südbadischen Raum und die Korrektur der eingesandten Lösungen übernahmen zehn Lehrer des Hans-Furler-Gymnasiums Oberkirch (HFG). „Die europäische Ausrichtung des Wettbewerbs finden wir sehr spannend, dies war auch ein großes Anliegen des Namensgebers unserer Schule Hans Furler und passt einfach hervorragend in den Europa-Park“, so Michael Huber vom HFG Oberkirch, der den Wettbewerb für Südbaden organisiert. Die Big Band des Gymnasiums Schramberg sorgte mit den Stücken „Stand up for the Champions“ und bei der Siegerehrung „We are the Champions“ für die passende musikalische Umrahmung. Die Abiturientinnen des HFG Oberkirchs tanzten zum Hit „Rolling in the Deep“ von Adele. Um die vom Rechnen erhitzten Gemüter abzukühlen, besuchten die 400 Final-Teilnehmer nach dem Wettbewerb den Europa-Park.

Erstmals führte eine französische Mathematiklehrergruppe um André Bulber den Wettbewerb „Mathématiques sans frontieres“ 1989 im Elsass durch. Schon im darauffolgenden Jahr beteiligten sich die ersten deutschen Schulen. Seit dem Jahr 2000 ist das jährlich im Europa-Park ausgetragene Finale ein Höhepunkt der kreativen Beschäftigung mit Mathematik. Mit der klassischen „Schulbuchmathematik“ haben die gestellten Aufgaben dabei selten etwas zu tun. Kreativität, Teamarbeit und Interesse an der Mathematik zu fördern, Fremdsprachen anzuwenden und Grenzen zu überschreiten sind die eigentlichen Wettbewerbsziele. Der Wettbewerb wird auch vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt.

Quelle: Europa-Park